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Weizenbrot mit Vorteig

Dieses wunderhübsche Brot fand ich vor kurzem bei Zorra. Es ist ihr Juni-Brot für das Projekt 1 Basisrezept – 12 verschiedene Brote.

Mir war dieses Gebäck bis dahin vollkommen unbekannt und die originelle Form gefiel mir auf Anhieb so gut, dass ich mich sofort ans Nachbacken machte.

Ich musste die Mehlsorten variieren und fügte auch etwas Vollkornmehl hinzu.

Entstanden ist ein, nicht nur hübsches, sondern auch sehr schmackhaftes Brot mit weicher Krume.

Sei noch erwähnt, dass es als Beleidigung für Brot und Bäcker gilt, wenn man das Tessinerbrot mit einem Messer aufschneidet und nicht wie gedacht die einzelnen Teile abbricht.

Tessinerli – Tessinerbrot
für 1 Brot

Zubereitung:

Am Vortag für den Vorteig die Hefe im Wasser auflösen und gut mit den Mehlen und Salz verrühren.

Zugedeckt bei Raumtemperatur über Nacht stehen lassen.

Am Backtag die Hefe in etwas Wasser auflösen. Restliches Wasser zum Vorteig geben und verrühren. Alle Zutaten ausser das Salz in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Auf Stufe 1,5 (von 4) 4 Minuten kneten, dann das Salz hinzugeben und 6 Minuten auf Stufe 2 fertig kneten.

Zugedeckt gut eine Stunde gehen lassen, dabei den Teig nach 30 Minuten einmal falten.

Anschliessend den Teig in 6 (bei mir 8) gleichgrosse Stücke teilen und rund formen. 5 Minuten ruhen lassen, dann oval formen und hintereinander, so dass sie sich leicht berühren auf ein Backpapier legen.

Zugedeckt 50 Minuten gehen lassen. Zur Sicherheit Fingerprobe machen.

Rechtzeitig den Backofen mit dem Backblech auf 230°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Brot mit einem scharfen Messer der Länge nach leicht schräg einschneiden und mit dem Backpapier auf das heisse Backblech schieben.

10 Minuten anbacken, dann die Temperatur auf 180°C herunterschalten und während 25 Minuten fertig backen. Das Brot nicht zu dunkel werden lassen.

Wer einen schönen Glanz mag, bestreicht das fertige Brot sofort nach dem Herausnehmen mit Kaffeesahne oder Milch. Ich habe darauf verzichtet.

Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Zutaten für den Vorteig:

  • 80 g Weizenmehl Type 550
  • 70 g Weizenmehl Type 1050
  • 100 g Wasser
  • 1 Krümel frische Hefe (oder 1 g = 1/4 Teelöffel Trockenhefe)
  • 2,5 g (1/4 Teelöffel) Salz

für den endgültigen Teig:

  • 100 g Weizenvollkornmehl
  • 150 g Weizenmehl Type 1050
  • 100 g Weizenmehl Type 550
  • 190-210 g Wasser
  • 30 g Sonnenblumenöl
  • 8 g frische Hefe (oder 3,5 g Trockenhefe)
  • 8 g Salz
  • gesamter Vorteig

Quelle: 1 Basisrezept – 12 verschiedene Brote – Tessinerli/Tessinerbrot (1x umrühren bitte)

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Dessertwaffeln zum Nationalfeiertag nach “Ketty Thull”

Ich bin nicht unbedingt der grösste Patriot – freue mich natürlich wenn Fränk Schleck die Tour de Suisse gewinnt – aber ich muss zugeben, so eine Monarchie hat schon was.

Heute am Nationalfeiertag wird nämlich traditionell Grossherzogs-Geburtstag gefeiert, auch wenn das Datum mit dem aktuellen Grossherzog Henri nicht mehr in direktem Bezug steht.

In den letzen Jahrzehnten hat sich der Luxemburger Nationalfeiertag zu einem riesengrossen und landesweiten Spektakel entwickelt, welches sich über mehrere Tage hin zieht und unzählige Besucher zum Feiern in die Städte lockt.

Einige der Höhepunkte in der Hauptstadt sind sicherlich am Vorabend der Fackelzug und anschliessend das recht spektakuläre Feuerwerk.

Der passende Anlass, für ein typisch luxemburgisches Gericht.

Typisch soll hier nicht heissen, dass wir es erfunden haben, das haben wohl eher die Belgier, sondern “Eisekuchen” auch “Gaufres” genannt sind in Luxemburg eine beliebte Süssspeise, die man sowohl auf fast jedem Jahrmarkt und Dorffest findet, sowie auch gerne zuhause selbst zubereitet. Zumindest die ältere Generation hatte sicherlich mindestens ein Waffeleisen pro Haushalt und meine Oma hat auch dafür gesorgt, dass ich meine frühste Kindheitserinnerungen u.a. mit “Eisekuchen” verbinde.

Um das Ganze noch authentischer zu machen, wählte ich ein Rezept aus dem wohl bekanntesten und meist verkauften luxemburger Kochbuch namens “Koch, Back & Dessertbuch”, liebevoll “Ketty Thull” genannt nach der Buchautorin. Die erste Auflage war vor mehr als 50 Jahren und wurde während 10 Auflagen inhaltlich kaum verändert. Dementsprechend unterhaltsam liesst sich der Text und Fotos findet man kein einziges. Nichtsdestotrotz ist es ein wertvolles Nachschlagewerk, (nicht nur) für alles Kulinarische, das man von der Oma vergessen hat abzugucken.

Fazit: die Waffeln sind genauso wie sie sein sollten und wie ich sie liebe. Natürlich fehlt das professionelle Eisen, womit man riesengrosse knusprige Waffeln zubereiten kann, aber es war nah dran. Mag man lieber die Hefevariante kann ich wärmstens das Rezept von Aurélie empfehlen.

Dicke Dessertwaffeln (Eisenkuchen) nach Ketty Thull
ergibt ca. 8-10 Stück

Zubereitung:

Mehl mit Backpulver in eine Schüssel sieben und in die Mitte Salz, Eier und Zucker geben. Mit dem Handmixer bei mittlerer Geschwindigkeit von der Mitte her verrühren, dabei Milch hinzugiessen bis ein glatter, etwas flüssiger Teig entsteht. Zum Schluss die geschmolzene Butter unterrühren.

Waffeleisen laut Gebrauchsanweisung aufheizen. Eventuell leicht mit Fett einpinseln und eine grosse Kelle Teig pro Waffel ins Eisen geben. Nach 4 Minuten, bzw. wenn sie goldbraun sind, die fertigen Waffeln herausnehmen, mit Puderzucker bestäuben und geniessen!

Alternativ kann man die Waffeln mit geschlagener Sahne und wenn die Saison es erlaubt, mit frischen Erdbeeren anrichten.

Zutaten:
(in Klammern die Zutaten wie ich sie verwendet habe)

  • 250 g Mehl (Weizenmehl Type 550)
  • 1 Teelöffel Backpulver (Weinsteinbackpulver)
  • 100 g Zucker (80 g Rohrohrzucker)
  • 100 g geschmolzene Butter
  • 3 Eier
  • 1 Prise Salz
  • knapp 1/3 Liter Milch (300 ml Vollmilch)
  • Puderzucker zum Bestäuben

Quelle: Koch, Back & Dessertbuch von Ketty Thull, Dicke Dessertwaffeln (Eisenkuchen) – Gaufres ordinaires (pour dessert) – Methode 1.

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“Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung unpassendes Essen!” Deshalb gab es heute bei grauer 14°C Aussentemperatur und ein Tag vor Sommeranfang (!) ein herzerwärmendes Süppchen.

Die Idee stammt aus der diesjährigen April Ausgabe von Essen und Trinken und fiel mir sofort durch das ansprechende Foto auf. Schneeweisse Kohlrabisuppe stand im Kontrast zum leuchtend grünem Zuckerschoten-Pesto.

Gezwungenermassen, weil ich einiges schlichtweg vergessen hatte einzukaufen, habe ich das Rezept leicht variiert und das Resultat hat uns überzeugt. Vor allem das uns bis dahin vollkommen unbekannte Erbsen-Cashew Pesto ist sehr empfehlenswert. Kann ich mir auch hervorragend als Brotaufstrich vorstellen, zusätzlich mit frischem Knoblauch und einem Spritzer Zitronensaft abgeschmeckt.

Kohlrabisuppe mit Erbsen-Cashew Pesto
für 4 kleine oder 2-3 grosse Portionen

Zubereitung:

Kohlrabi schälen und klein schneiden. Schalotten schälen und fein hacken.

Butter bei mittlerer Temperatur erhitzen und Schalotten darin 2-3 Minuten glasig dünsten ohne, dass sie Farbe annehmen. Kohlrabi hinzufügen und weitere 2-3 Minuten dünsten. Salzen und mit einer Prise Zucker abschmecken.

Mit Wermut ablöschen und die Flüssigkeit fast ganz einkochen lassen.

Milch und Wasser angiessen und zugedeckt ca. 20 Minuten langsam köcheln lassen.

Sahne hinzufügen, kurz aufkochen lassen und fein pürieren. Anschliessend durch ein Sieb geben und abschmecken.

Für das Pesto, Erbsen in Salzwasser 5 Minuten kochen, abschrecken und abtropfen lassen. In einer Moulinette Erbsen, Cashewkerne und Olivenöl zu einer homogenen Paste mixen. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.

Heisse Suppe in Schälchen verteilen, mit etwas Pesto anrichten und Olivenöl darüber träufeln.

Zutaten:

  • 400 g (ca. 3 mittelgrosse) Kohlrabi
  • 120 g (3-4) Schalotten – original Rezept: Zwiebeln
  • 1 Esslöffel Butter
  • Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 100 ml Wermut (z.B. Martini oder Noilly Prat)
  • 500 ml Milch
  • 200 ml Wasser
  • 50 ml Sahne – original Rezept: 200 ml Sahne)
  • frisch gemahlener Pfeffer – nicht im original Rezept
  • etwas frischer Zitronensaft – nicht im original Rezept

für das Erbsen-Cashew Pesto:

  • 100 g Erbsen (frisch oder gefroren von guter Qualität)
  • 50 g Cashewkerne
  • 3 Esslöffel kräftiges Olivenöl
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
  • Olivenöl zum Beträufeln

Inspirationsquelle: Essen & Trinken N°4/2010 “Kohlrabisuppe mit Zuckerschoten-Pesto”

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