• Schuedi nach Grossmutters Rezept
15. Juli 2011 von paule
Nachdem einige den Schuedi schon auf facebook entdeckt und nach dem Rezept gefragt haben, möchte ich euch nicht zu lange auf die Folter spannen.
Als Schuedi bezeichnet man in Luxemburg einen Butter-Zuckerkuchen. Es ist im Prinzip ein herkömmlicher Hefekuchen in den man Vertiefungen drückt, diese mit reichlich Butterflocken füllt und anschliessend – aus den Augen, aus dem Sinn – alles mit einer dicken Schicht Zucker bedeckt. Traditionell wurde der Schuedi aus Teigresten gemacht, da es zu Schade war diese wegzuwerfen.
So kenne ich es auch von meiner Grossmutter. Damals gab man sich nicht mit kleinen Mengen ab, Hefeteig wurde mindestens mit einem Kilogramm Mehl zubereitet. Daraus entstanden dann Rosinenstuten, Schneckenkuchen, diverse Obsttorten und der Rest wurde zum Schuedi. Rückblickend scheint es mir, als hätte ich meiner Oma dabei fast täglich zugeschaut und sie wurde nicht müde mir jedes Mal genau zu erläutern wie man mit Hefeteig umzugehen hat.
Es waren also eher nostalgische Gefühle, die mich vor zwei Wochen veranlassten, meine Mutter nach dem genauen Rezept zu fragen. Nachdem ich die Kilomengen umgerechnet und die Pi-mal-Daumen-Angaben (etwas hiervon, ein halbe Packung davon … nee in Gramm rechnet meine Mamma nicht, hat Omi ja auch nicht!!) definiert hatte, ging es ans Nachbacken.
Da ich ja emotionell vorbelastet bin, wollte ich nicht zu viel in den Kuchen hinein interpretieren. Nachdem aber auch Aleksandar ihn sehr gut fand, unsere Nachbarn vor Begeisterung sich gleich ans Nachbacken machten und den Sonntag nun zum Schuedi-Sonntag erkoren haben, entschloss ich mich ihn dann doch hier im Blog zu verewigen. Und als hätte der Hefeteig es gewusst, dass er im Bild festgehalten soll werden, hat er sich gestern extrem ins Zeug gelegt und wurde aussergewöhnlich flauschig und schmackhaft.
Schuedi nach Grossmutters Rezept
für eine ∅ 28-30 cm Backform
Zubereitung:
Hefe in 3 Esslöffel Milch auflösen und beiseite stellen.
Restliche Milch, Butter und Zucker erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist. Auf mindestens 38°C abkühlen lassen, sonst sterben die Hefekulturen ab.
Mehl in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Milchmischung hinzugeben, sowie Ei und aufgelöste Hefe. Alles 4 Minuten auf Stufe 1 (von 4) kneten. Salz hinzugeben und auf Stufe 2 weitere 8 Minuten kneten. Zugedeckt 40 Minuten ruhen lassen.
Eine passende Tarte- oder Backform buttern und mehlieren.
Den Teig kurz entgasen, rund formen und mit den Händen in die Form drücken. Zugedeckt ca. 30-40 Minuten gehen lassen.
Backofen rechtzeitig auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Mit dem Daumen mehrere Vertiefungen in den Kuchen drücken und Stückchen von der weichen Butter hineinstopfen. Dabei auch etwas Butter über die gesamte Oberfläche streichen. Dick mit Zucker bestreuen.
Ca. 20 Minuten backen bis er die gewünschte Bräune hat.
Schmeckt frisch am besten, ist aber auch noch 2 Tage später geniessbar.
Zutaten für den Teig (wenn möglich zimmertemperiert):
- 350 g Mehl Type 550
- 160 g Milch
- 20 g Frischhefe
- 50 g Butter
- 30 g Rohrohrzucker
- 1 Ei
- 1 Teelöffel Salz
für den Belag:
- +/- 80 g weiche Butter
- 4-5 Esslöffel Rohrohrzucker





• Rocky Road Brownies

hervorragend !!! solche Rezepte liebe ich.. Kindheitserinnerungen !! toll.. das wird sicher nachgebacken .. danke für´s “teilen” sonnige Grüße Karin
Lecker – ich kenn sowas in der Art als Butterkuchen :-)
Hmmh, das sieht gut aus!
Mein Opi nannte diesen Kuchen Zucker-Kuchen und es war sein Lieblingskuchen. Sowas könnte ich auch mal wieder backen.
Vielen lieben Dank für das Rezept! Bei Dir sieht dieser Kuchen wirklich wahnsinnig locker und lecker aus. Eine gute Idee für den Samstag-Nachmittag-Kuchen! :-)
Ach wie schön, Nostalgie! Ich fühle ich an den großmütterlichen Küchentisch zurückversetzt. Das schreit nach einer Tasse Kakao und einer Folge “Die Katze mit Hut”.
Wieder mal wunderschöne Fotos, der Hefeteig präsentiert sich wahrlich von seiner allerbesten, allerflauschigsten Seite. :)
“Nach Großmutters Rezept” klingt nach Gelinggarantie. Sieht klasse aus, könnte jetzt zum Frühstück ein Stückchen vertragen.
LG und ein schönes Wochenende
Lecker! Und sowas schmecht auch nur selbstgebacken so richtig gut, finde ich.
Da ich ein großer Fan der Luxemburger Sprache bin: Würdest Du mir bitte eine kleine Aussprachehilfe für das Wort Schuedi geben?
Im Sommer aus Prinzip nur Süßes mit Frucht – aber für verregnete graue Tage hat er alle Voraussetzungen, das Herz zum wärmen.
Mhhm, bei uns gab es früher auch immer einen einfachen Butterkuchen.
Das hier sieht auch richtig lecker und saftig aus, yummie!
@ alle: vielen herzlichen Dank für all die lieben Worte. Gerne würde ich nicht nur das Rezept mit euch teilen, sondern auch den Kuchen ;-)
@ nata: leider kenne ich mich sehr schlecht mit dem phonetischen Alphabet aus, ich versuch’s mal so: normales “schu” (wie in Schu-le), dann kurzes “e” (wie in G-e-witter) und “di” (wie in Di-lemma). Betonung auf die erste Silbe.
War klar, dass ich sowas sofort nachbacken musste. Fabelhaft zum reinlegen :-) Danke Paule für das Familienrezept!
Der Versuch war erfolgreich. So kann ich mir die Aussprache gut vorstellen :o)
Wunderbar! Über dieses Rezept bin ich hier reingestolpert und muss unbedingt bleiben!
Meine Oma hat Hefereste auch immer genau SO verwertet, aber die war als junges Mädchen auch in Luxemburg “in Stellung” :-)
LG von der anderen Seite der Grenze,
Tina
@ missboulette: ich danke dir für den lieben Bericht *snief* ;-)
@ nata: uff, da bin ich erleichtert :o)
@ kleine fluchten: die Welt ist klein ;-)
gestern spontan ausprobiert. ein gedicht. ich kenne den kuchen unter diversen namen (butterkuchen trifft es nicht ganz, weil er ja so viel hefe drin hat), aber der schuedi war der knaller. sehr gut. und kam auch bei meinem mäkeligen kuchenbesuchsesser gut an. danke fürs teilen :)
Liebe Paules,
der schaut wirklich super aus. Meine Oma hat auch immer so gebacken. Eine Tasse hiervon, eine Schüssel Mehl, ein Löffelchen Salz usw. Und ist immer was geworden.
Es grüßt
Martin
Vielen Dank für das Rezept: Der Kuchen ist fantastisch geworden (und viel flaumiger und besser als der ähnliche “Butterkuchen” vom Blech, den ich von meiner Mutter kenne).
@ mafalda & kaltmamsell: ich freue mich wirklich sehr, dass euch der Kuchen meiner Oma so gut gelungen ist und euch auch schmeckt :)
@ Martin: einige Rezept hat man einfach im Blut ;-)
Das Rezept klingt so einfach und deshalb so fantastisch. Müsste ich nicht gerade ein wenig vermehrt auf Zucker und fett verzichten, wäre er schon im Backofen. So aber wird er beim nächsten möglichen Anlass gebacken.
[...] Schuedi, wie ich ihn unter diesem Namen bei Paules ki(t)chen vor wenigen Tagen entdeckt habe. Ich habe ihn nachgebacken und bin begeistert! Bisher kannte ich [...]
Ich sollte mir abgewöhnen in der Mittagspause Rezepte-Blogs zu lesen…*hunger… in Gedanken steck ich schon mit beiden Händen im Hefeteig!
Ganz köstlich! Der Kuchen hat uns heute einen total verregneten und kalten Tag versüßt. Danke!
@ Petra: es tut mir leid, dass das Wetter bei euch so mies ist – hier ist es auch nicht wesentlich besser – aber es freut mich dennoch sehr, dass der Schuedi euch darüber hinweg getröstet hat. Freue mich sehr über dein Lob ;-)
Wie ich lese, gibt es einige Großmütter die ihren Ekelinnen so ein Rezept weiter gegeben haben. Das finde ich wundervoll! Meine Großmutter ist dieses Jahr im Mai mit fast 91 Jahren gestorben und ich habe heute, dank Deines Blogs, wieder diesen, ihren Lieblingskuchen, gebacken und danke Dir. Auch wenn ich heute dabei sehr geweint habe, konnte ich die leuchtenden Augen meiner Omi die ganze Zeit sehen.
@ Leny: Das mit deiner Grossmutter tut mir ehrlich sehr leid. Die Erinnerung an einen lieben Menschen, ist leider ein zweischneidiges Schwert, wenn er nicht mehr unter uns weilt. Aber ich bin sicher, dass unsere Grossmütter riesig stolz sind, dass wir ihre Rezepte mit so viel Freude nach machen. Ganz liebe Grüsse
[...] Paule gab es dieser Tage Schuedi und das weckte bei mir den Wunsch, auch mal wieder leckeren Butterkuchen zu essen. Wie bei Paule [...]
Hallo Paule!
Am Wochenende gab es bei uns auch Schuedi. Allein der Name klang in deutschen Ohren so witzig, dass er ausprobiert werden musste. Wir haben zu zweit den ganzen Kuchen aufgegessen ;) Am Abend gab es dann logischerweise nichts mehr, aber wir waren glücklich mit dem ganzen Schuedi im Bauch!
Vielen Dank an dich und die Omi für dieses soso leckere Rezept!
LG, Claudi
@ Claudi: vielen lieben Dank für deinen netten Kommentar. Darüber freue ich mich natürlich besonders. Ich bin gerade dabei ein paar Variationen vom Schuedi auszuarbeiten. Bin mal gespannt was ihr davon halten werdet ;-)
LG
Wir können es kaum erwarten :) Immer her damit!
LG
[...] [...]
Also sozusagen mit Zucker und Butter gefüllter Hefekuchen. Ein Traum!
Vielen Dank fürs Teilen, ich bin dann mal Zucker-, Butter- und Hefekuchenträume träumen…
LG Cati
@ Cati Basmati: ein Traum der ohne Probleme Wirklichkeit werden kann ;-)
[...] Schuedi von vor ein paar Wochen hat eingeschlagen wie eine Bombe und es wurde fleissig und erfolgreich [...]
Hallo Paule,
hast du mal probiert noch ein wenig Zimt darüber zu streuen? So haben meine Oma und meine Mutter die Eifeler Variante des Schuedi gebacken, die hieß dann bei uns “Holzten Toart” – weil die Oberfläche des Hefekuchens durch die karamelisierte und aufgeplatzte Zucker-Zimt-Buttermischung wie Baumrinde aussah. Und köstlich schmeckte, am besten sofort warm aus dem Ofen gegessen, möglichst viel, auch wenns schon mal Bauchweh gab hinterher. Egal – zum Samstagnachmittag gehörte unbedingt ein ordentliches Stück “Holzten Toart”, Fichtennadelschaumbadduft, Daktari und Raumschiff Enterprise – Nostalgie pur …
Grüße aus der Eifel
@ Ute: vielen lieben Dank für die “süsse Anekdote”. Ich kann mir die Holzten Toart gut vorstellen. Den klassischen Schuedi habe ich noch nicht mit Zimt gemacht, aber – da ich ja gerade an Variationen arbeite – in einer anderen Form. Ich mag Zimt sehr gerne, deshalb darf diese Abwandlung nicht fehlen ;-) LG, Paule
Schuedi mit Mirabellen…
Hefekuchen (Schuedi) mit Mirabellen © multikulinarisch[es] Wikipedia kennt ihn nicht. Paule schon. Schuedi, den Hefekuchen ihrer Oma. Bei Paules ki(t)chen las ich vom Hefeteig ihrer Kindheit, mit dem sie bereits reihenweise Bloggerherzen hat höh…
Der berüchtigte Schuedi…
Hier, im mäßig traumhaften Abendlicht eines verregneten Sonntages präsentiert sich der unfotogene Rest unseres Schuedis von heute Nachmittag in zwei für morgen schon gepackten Klippklappboxen. Die ganze Lobhudelei in Paules Blog ist absolut gerechtfert…
Hallo, auch ich habe den Schuedi gebacken, weil ich den Namen so lustig fand. Und jetzt bin ich im Schuedi-Fieber, kann gar nicht mehr aufhören, ihn zu backen. Er schmeckt in allen Variationen so super gut.
Vielen Dank Paule
Sonja
Hallo Sonja, herzlichen Dank für Dein positives Feedback und weiterhin viel Spass beim Backen ;-) Ganz liebe Grüsse, Paule
Vielen lieben Dank für dieses Rezept, liebe Paule. Ich habe schon sehr viele Hefekuchen gebacken, aber dein Schuedi ist der Allerallerbeste. Meine ganze Familie war total begeistert! Meine sonst immer kritische Mutter hat ihm die Note 1+ gegeben und mein Mann fand ihn “exzelent”.
Sei ganz lieb gegrüßt von Antje
Hallo Antje, vielen, lieben Dank für Deinen Kommentar. Das freut mich riesig. Ganz liebe Grüsse, Paule
Einfach der leckerste Kuchen der Welt! Unsere Tochter liebt ihn…!!
Danke für das tolle Rezept!
Wink SuSe
Gern geschehen, liebe SuSe und herzlich willkommen in der Foodblog-Szene ;-) LG, Paule