• Selbstgemachtes Vanilleeis mit Tonkabohne
10. Oktober 2011 von paule
Gestern gab es Tarte Tatin mit Vanilleeis zum Dessert. Das perfekte Rezept für eine klassische Tarte Tatin habe ich noch nicht gefunden und vor allem muss ich üben Karamell herzustellen. Damit hatte ich noch immer Probleme und es wird nicht besser. Die Tarte war zwar lecker, aber es war keine typische Tarte Tatin, wie ich sie mir vorstelle.
Dafür war das Vanilleeis umso besser und geschmacklich meilenweit entfernt von fertig gekauftem Eis. Es hat ein wundervolles intensives, aber dennoch natürliches Vanillearoma und eine ebenso natürliche Farbe. Die Tonkabohne hält sich dezent im Hintergrund, verstärkt aber die Vanillenote.
Bei der Eisherstellung ist mir aufgefallen, dass Cremigkeit und Geschmeidigkeit nicht unbedingt davon abhängen ob man die Grundmasse mit oder ohne Eier zubereitet, sondern eher wie viel Luft beim Rühren entsteht. Also habe ich diesmal einen Teil der Sahne halbfest geschlagen und unter die Grundmasse gehoben unmittelbar bevor ich sie in die Eismaschine gab. Zufall oder nicht, das Eis wurde herrlich cremig und geschmeidig und lässt sich sofort aus dem Tiefkühler problemlos portionieren.
Selbstgemachtes Vanilleeis mit Tonkabohne
ergibt ca. 900 ml gefrorene Eismasse
Zubereitung:
Milch, die Hälfte der Sahne, Zucker, Salz, Tonkabohnen, ausgekratzte Vanilleschote und Mark in einem mittelgrossen Topf erhitzen. Beiseite stellen und zugedeckt 30 Minuten ziehen lassen.
Eier mit dem Handmixer auf höchster Stufe 2 Minute schaumig schlagen. Unter stetigem Rühren, die warme Milch-Sahne-Mischung inklusive Tonkabohne und Vanilleschote langsam in einem dünnen Strahl hinzugiessen.
Diese Masse zurück in den Topf geben. Mit einem hitzebeständigem Plastikschaber rühren und bei mittlerer Hitze erwärmen bis die Creme 77-79°C erreicht hat. Es darf auf keinen Fall kochen, sonst gerinnt die Eiermasse!
Vanille-Extrakt hinzugeben, durch ein Sieb giessen (Tonkabohnen abwaschen und trocknen lassen, man kann sie bis zu 7 Mal so verwenden) und zugedeckt 2-3 Stunden, oder über Nacht kalt stellen.
Restliche Sahne halbfest schlagen und unter die gekühlte Grundmasse heben. Eismasse in die vorbereitete Eismaschine geben und nach Anleitung des Herstellers fest werden lassen.
Eiscreme in einen passenden Behälter umfüllen und gegebenenfalls im Tiefkühler nachfrieren lassen.
Zutaten:
- 250 ml Vollmilch
- 500 ml Sahne
- 130 g Rohrohrzucker
- 1 Prise Salz
- 2 Tonkabohnen
- 1 Vanilleschote
- 3 frische Eier Grösse L
- wer mag: 1 Teelöffel selbstgemachtes Vanille-Extrakt






Das mit der halb steifgeschlagenen Sahne muss ich auch mal ausprobieren. Ansonsten ist es bei mir immer von Eis zu Eis unterschiedlich wie cremig es ist.
Auf jeden Fall muss ich auch endlich in Besitz von Tonkabohne kommen. Überall kommt es inzwischen vor und ich habe es noch nicht!
Aber Tonkabohne hin oder her, selbstgemachtes Vanilleeis ist absolut lecker, selbst wenn man wie ich Vanilleeis nie mochte (wahrscheinlich weil gekauftes bei weitem nicht so gut ist).
Viele Grüße
Das mit der halbgesteif geschlagenen Sahne mach ich schon länger so. Auch mixe ich die Masse nochmals auf bevor sie in die Maschine kommt. Das hilft schon. Was hast du denn für Probleme mit Karamell machen? Ist doch eigentlich gar nicht so schwierig. ;-)
Sieht jedenfalls beides köstlich aus.
@ Lena: ich mag Tonkabohne sehr, alleine der Duft ist schon sooo verführerisch!
@ zorra: Danke für den Tipp mit dem Aufmixen, ich muss das total übersehen haben bei dir. Ach ja, ich und Karamell, das wird in diesem Leben nix. Entweder er bräunt zu wenig oder wird zu dunkel, er klumpt und klebt überall fest, ruiniert mir meine Pfannen, usw. usf. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich Rohrohrzucker verwende, aber darauf möchte ich eigentlich nicht verzichten.
Sieht wirklich sehr lecker aus! Habe aber leider nicht die Zeit das nachzumachen. Das Rezept werde ich mir trotzdem mal ausdrucken, vielleicht mach ich das Mal, zusammen mit meiner Freundin, am Wochenende nach. :-) Freu mich schon auf deine nächsten tollen und schmackhaften Rezepte. :-)
Ich glaub auch es liegt an Rohzucker. Da siehst du doch gar nicht wenn der richtig Bräunungsgrad erreicht ist. Ausserdem ist Karamell sehr heiß. Da verbrennt dir die Melasse im Zucker. Bringt doch beim karamelisieren nicht wirklich irgenwelche Vorteile mit dem Rohzucker.
Ich hab doch irgendwo noch eine Tonkabohne… ;-)
Ich kann übrigens diese Tarte Tatin aus einer französischen Newsgruppe sehr empfehlen
http://peho.typepad.com/chili_und_ciabatta/2005/11/gartenkochevent.html
@ Claudia: jeder Tag hat 24 Stunden, alles eine Frage der Priorität und Organisation ;-)
@ Ralf: Ich befürchte auch, dass es mit Rohrohrzucker nicht einfacher wird. Geb’ die Hoffnung aber noch nicht auf :)
@ Petra: jaaaa, genau so soll eine Tarte Tatin ausschauen!! Werde ich auf jeden Fall nachmachen. Vielen lieben Dank für den Link.
Memo, bzw. Versprechen an mich selbst: Nächstes Jahr wird eine Eismaschine gekauft! Jawohl! Platz ist nach dem Umzug ja genug und ich mag nicht mehr weinend vor Foodblogs sitzen und die Eisrezepte anstarren! (Ich übertreibe natürlich aber bei deiner Beschreibung lief mir einmal mehr das Wasser im Mund zusammen, so geht das nicht weiter :) )
Liebe Grüße,
~Lilly
Meine Güte, sieht das lecker aus. Gut, dass ich mir gerade eine Eismaschine angelegt habe. Und dazu auch noch einen ganze frischen, neuen Food-Blog (den du gerne besuchen kannst, wenn du magst ;o) ). Ich mag deinen Blog sehr und war schon oft hier. ich freue mich immer wieder über neue Rezepte und dieses Eis werde ich ganz bestimmt auch mal probieren :o) wo bekommt man denn die Tonkabohnen her? Ich habe davon noch nie gehört :/
Liebe Grüße,
Mara
@ Mara: vielen Dank für dein Lob und herzlich willkommen in der Foodblog-Szene ;-) Ich habe Tonkabohne in einem Delikatessenladen gefunden, man kann sie aber auch online bestellen, z.B. bei madavanilla.de
Danke für das Willkommenheißen und den Tip für die Tonkabohnen! Dann stöbere ich demnächst mal durch die Delikatessenläden in meiner Nähe. Hoffentlich sind die irgendwo vorhanden :o)
Liebe Grüße,
Tamara
P.S. bei dem Vorbeiscrollen an deinem Kürbisstrudel eben hab ich doch glatt wieder Hunger bekommen! Der sieht aber auch wieder lecker aus! ;o)
Bei Eis ist das bei mir so eine Sache. Selbst wenn ich mich haargenau an ein Rezept halte wird es meistens nicht identisch. Ich weiß aber nicht woran das liegt. Na ja hauptsache es schmeckt gut. Den Trick mit der Sahne habe ich schon einmal woanders gelesen und sofort ausprobiert. Ich war erstaunt dass das wirklich klappt. Das Eis würde herrlich cremig dadurch. Der Tipp mit der Tonkabohnen interessiert mich. Den werde ich das nächste Mal anwenden.
@ Wilma: man ist halt Mensch und bringt seine eigene Note mit hinein. Dann gibt es auch Rezepte die sind von der Tagesform abhängig, gelingen zwar immer, schmecken aber jedes Mal anders, aber Hauptsache gut, wie du schon sagtest ;-)