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Ich liebe Kirschen von ganzem Herzen.

Meine Mutter hat kurz vor meiner Geburt Unmengen von Kirschen verputzt und die Hebamme nannte mich dann, als ich endlich da war, nur noch Kirschentorte (oder meinte sie Kirschentochter?). Ich habe den Verdacht, dass meine damals quietschroten Haare auch wesentlich dazu beitrugen!

Wie auch immer, ich bin den süssen, putzigen und bildhübschen Früchtchen absolut verfallen. Eigentlich empfinde ich es schon fast als Straftat sie in irgendeiner anderen Form zu geniessen als so wie Gott sie schuf. Dieses Eis ist aber eine Sünde wert und hat all unsere Erwartungen an die neue Eismaschine übertroffen.

Der abgetropfte milde Joghurt macht das Eis schön frisch, ideal bei den hohen Temperaturen die zur Zeit herrschen, ohne aber zu säuerlich oder dominant zu sein.

Der Fruchtzucker – den Tipp habe ich bei Robert von “lamiacucina” mitgehen lassen – dient dem cremigen Schmelz. Milchpulver reduziert die Eiskristallbildung und Johannisbrotkernmehl habe ich als Bindemittel eingesetzt, damit das Eis auch beim “Temperieren” im Kühlschrank noch in Form bleibt. Denn trotz all dem wird die Eismasse nach spätestens 4-5 Stunden im Gefrierschrank recht hart. Tut man es aber 30-60 Minuten vor dem Verzehr in den Kühlschrank, entfaltet es seinen vollen Geschmack und hat eine ideale Konsistenz.

Einziger Wermutstropfen war, dass man den Rosenblütensirup nicht wirklich gross herausgeschmeckt hat. Da sollte man eventuell noch 2 Esslöffel mehr nehmen und die Zuckermenge anpassen. (*)

Das Rezept funktioniert auch mit frischen Früchten, uns ist es mit eingemachten Kirschen allerdings einen Tick cremiger und geschmackvoller erschienen.

Garten-Koch-Event Juli: Kirschen [31.07.2010]

Abschliessend sei noch gesagt, dass dies mein Beitrag zum aktuellen Gärtnerblog-Event ist.

Kirsch-Joghurt-Eis mit Rosenblütensirup
ergibt ca. 750 ml ungefrorene Eismasse

Zubereitung:

Den Joghurt mit der Sahne gut vermischen. Ein grosses Sieb mit einem Mulltuch auslegen, die Masse hineingeben und die Molke über Nacht im Kühlschrank abtropfen lassen. Es bleiben ca. 350 g feste Masse zurück. Das Glas Kirschen ebenfalls zur Kühlung kalt stellen.

Am folgenden Tag die Kirschen kurz abtropfen lassen. Mit der Joghurtsahne-Mischung und den restlichen Zutaten in einen hohen Behälter geben und mit dem Zauberstab gut durchpürieren.

1-2 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Wenn die Masse gut gekühlt ist in die vorbereitete Eismaschine geben und nach Geräteanweisung fest werden lassen.

Reste im Gefrierschank aufbewahren und schnellstmöglich verbrauchen. Vor dem Anrichten das Eis aus dem Gefrierschrank 30-60 Minuten im Kühlschrank “temperieren” lassen. Dies dient dem besseren Geschmack und der Konsistenz.

Zutaten:

  • 500 g Vollmilch Joghurt, mild im Geschmack
  • 150 g Sahne
  • 300 g entsteinte Sauerkirschen aus dem Glas, im eigenen Saft ohne Zucker
  • 4 Esslöffel Rosenblütensirup*
  • 2 Esslöffel Milchpulver
  • 1 Teelöffel Johannisbrotkernmehl
  • 50 g Fruchtzucker
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Aleksandars Rührei mit Salzlakenkäse und Tomaten

Aleksandar, mein Mann ist ein geduldiger Esser. Er nörgelt nie, weiss aufwendige Gerichte zu schätzen, meckert aber auch nicht, wenn es lediglich Aufgewärmtes oder dreimal am Tag nur belegte Brote gibt.

Allerdings traut er sich sehr selten in die Küche, wahrscheinlich habe ich ihn zu oft vergrault indem ich stur auf meine jahrelang gepflegten Gewohnheiten und Abläufe bestehe. So war es schon eine glückliche Fügung, dass ich doch einmal aus der Küche verbannt wurde und anschliessend mit einer einfachen, aber sehr schmackhaften Speise überrascht wurde.

Es handelt sich um ein beliebtes Gericht aus Serbien, der Heimat Aleksandars, und wird “Kajgana” genannt. Es ist eine Art Rührei mit Salzlakenkäse (Sir) und kann mit Zwiebeln, Paprika, Spinat und/oder Speck angereichert werden.

Ich liebe die Variante mit Käse und Tomaten:
eine sehr leckere, schnell zubereitete Mahlzeit und hübsch angerichtet ein passender Beitrag zum Dauer-Blog-Event “Cucina rapida”.

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Ausführliche Informationen zum Salzlakenkäse findet man hier.
Kaufen kann man ihn im Balkan-Spezialitätengeschäft und in Deutschland hat ihn fast jeder gutsortierter Supermarkt.

Eierspeise nach serbischer Art
Aleksandars Rührei mit Salzlakenkäse und Tomaten

für 2 Personen

Zubereitung:

Die Tomaten waschen, putzen und in Würfel schneiden. Den Käse mit einer Gabel zerkrümeln.

Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Tomatenwürfel hinzufügen. Unter Rühren solange schmoren lassen, bis sie weich sind und die austretende Flüssigkeit verdampft ist. Den Käse beigeben und etwas schmelzen lassen.

Die Eier aufschlagen und in einer kleinen Schüssel ausleeren, dann alle zusammen in die Pfanne geben.

Alles unter stetigem Rühren stocken lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Das Rührei sollte nicht zu trocken sein und eine cremige Masse bilden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Mit frischem Brot und Lauchzwiebeln geniessen.

Zutaten:

  • 1 Esslöffel Pflanzenöl
  • 6-8 mittelgrosse Tomaten von guter Qualität
  • 150 g Käse in Salzlake
  • 5-6 Eier
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
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Weizenbrot mit Vorteig

Dieses wunderhübsche Brot fand ich vor kurzem bei Zorra. Es ist ihr Juni-Brot für das Projekt 1 Basisrezept – 12 verschiedene Brote.

Mir war dieses Gebäck bis dahin vollkommen unbekannt und die originelle Form gefiel mir auf Anhieb so gut, dass ich mich sofort ans Nachbacken machte.

Ich musste die Mehlsorten variieren und fügte auch etwas Vollkornmehl hinzu.

Entstanden ist ein, nicht nur hübsches, sondern auch sehr schmackhaftes Brot mit weicher Krume.

Sei noch erwähnt, dass es als Beleidigung für Brot und Bäcker gilt, wenn man das Tessinerbrot mit einem Messer aufschneidet und nicht wie gedacht die einzelnen Teile abbricht.

Tessinerli – Tessinerbrot
für 1 Brot

Zubereitung:

Am Vortag für den Vorteig die Hefe im Wasser auflösen und gut mit den Mehlen und Salz verrühren.

Zugedeckt bei Raumtemperatur über Nacht stehen lassen.

Am Backtag die Hefe in etwas Wasser auflösen. Restliches Wasser zum Vorteig geben und verrühren. Alle Zutaten ausser das Salz in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Auf Stufe 1,5 (von 4) 4 Minuten kneten, dann das Salz hinzugeben und 6 Minuten auf Stufe 2 fertig kneten.

Zugedeckt gut eine Stunde gehen lassen, dabei den Teig nach 30 Minuten einmal falten.

Anschliessend den Teig in 6 (bei mir 8) gleichgrosse Stücke teilen und rund formen. 5 Minuten ruhen lassen, dann oval formen und hintereinander, so dass sie sich leicht berühren auf ein Backpapier legen.

Zugedeckt 50 Minuten gehen lassen. Zur Sicherheit Fingerprobe machen.

Rechtzeitig den Backofen mit dem Backblech auf 230°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Brot mit einem scharfen Messer der Länge nach leicht schräg einschneiden und mit dem Backpapier auf das heisse Backblech schieben.

10 Minuten anbacken, dann die Temperatur auf 180°C herunterschalten und während 25 Minuten fertig backen. Das Brot nicht zu dunkel werden lassen.

Wer einen schönen Glanz mag, bestreicht das fertige Brot sofort nach dem Herausnehmen mit Kaffeesahne oder Milch. Ich habe darauf verzichtet.

Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Zutaten für den Vorteig:

  • 80 g Weizenmehl Type 550
  • 70 g Weizenmehl Type 1050
  • 100 g Wasser
  • 1 Krümel frische Hefe (oder 1 g = 1/4 Teelöffel Trockenhefe)
  • 2,5 g (1/4 Teelöffel) Salz

für den endgültigen Teig:

  • 100 g Weizenvollkornmehl
  • 150 g Weizenmehl Type 1050
  • 100 g Weizenmehl Type 550
  • 190-210 g Wasser
  • 30 g Sonnenblumenöl
  • 8 g frische Hefe (oder 3,5 g Trockenhefe)
  • 8 g Salz
  • gesamter Vorteig

Quelle: 1 Basisrezept – 12 verschiedene Brote – Tessinerli/Tessinerbrot (1x umrühren bitte)

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Dessertwaffeln zum Nationalfeiertag nach “Ketty Thull”

Ich bin nicht unbedingt der grösste Patriot – freue mich natürlich wenn Fränk Schleck die Tour de Suisse gewinnt – aber ich muss zugeben, so eine Monarchie hat schon was.

Heute am Nationalfeiertag wird nämlich traditionell Grossherzogs-Geburtstag gefeiert, auch wenn das Datum mit dem aktuellen Grossherzog Henri nicht mehr in direktem Bezug steht.

In den letzen Jahrzehnten hat sich der Luxemburger Nationalfeiertag zu einem riesengrossen und landesweiten Spektakel entwickelt, welches sich über mehrere Tage hin zieht und unzählige Besucher zum Feiern in die Städte lockt.

Einige der Höhepunkte in der Hauptstadt sind sicherlich am Vorabend der Fackelzug und anschliessend das recht spektakuläre Feuerwerk.

Der passende Anlass, für ein typisch luxemburgisches Gericht.

Typisch soll hier nicht heissen, dass wir es erfunden haben, das haben wohl eher die Belgier, sondern “Eisekuchen” auch “Gaufres” genannt sind in Luxemburg eine beliebte Süssspeise, die man sowohl auf fast jedem Jahrmarkt und Dorffest findet, sowie auch gerne zuhause selbst zubereitet. Zumindest die ältere Generation hatte sicherlich mindestens ein Waffeleisen pro Haushalt und meine Oma hat auch dafür gesorgt, dass ich meine frühste Kindheitserinnerungen u.a. mit “Eisekuchen” verbinde.

Um das Ganze noch authentischer zu machen, wählte ich ein Rezept aus dem wohl bekanntesten und meist verkauften luxemburger Kochbuch namens “Koch, Back & Dessertbuch”, liebevoll “Ketty Thull” genannt nach der Buchautorin. Die erste Auflage war vor mehr als 50 Jahren und wurde während 10 Auflagen inhaltlich kaum verändert. Dementsprechend unterhaltsam liesst sich der Text und Fotos findet man kein einziges. Nichtsdestotrotz ist es ein wertvolles Nachschlagewerk, (nicht nur) für alles Kulinarische, das man von der Oma vergessen hat abzugucken.

Fazit: die Waffeln sind genauso wie sie sein sollten und wie ich sie liebe. Natürlich fehlt das professionelle Eisen, womit man riesengrosse knusprige Waffeln zubereiten kann, aber es war nah dran. Mag man lieber die Hefevariante kann ich wärmstens das Rezept von Aurélie empfehlen.

Dicke Dessertwaffeln (Eisenkuchen) nach Ketty Thull
ergibt ca. 8-10 Stück

Zubereitung:

Mehl mit Backpulver in eine Schüssel sieben und in die Mitte Salz, Eier und Zucker geben. Mit dem Handmixer bei mittlerer Geschwindigkeit von der Mitte her verrühren, dabei Milch hinzugiessen bis ein glatter, etwas flüssiger Teig entsteht. Zum Schluss die geschmolzene Butter unterrühren.

Waffeleisen laut Gebrauchsanweisung aufheizen. Eventuell leicht mit Fett einpinseln und eine grosse Kelle Teig pro Waffel ins Eisen geben. Nach 4 Minuten, bzw. wenn sie goldbraun sind, die fertigen Waffeln herausnehmen, mit Puderzucker bestäuben und geniessen!

Alternativ kann man die Waffeln mit geschlagener Sahne und wenn die Saison es erlaubt, mit frischen Erdbeeren anrichten.

Zutaten:
(in Klammern die Zutaten wie ich sie verwendet habe)

  • 250 g Mehl (Weizenmehl Type 550)
  • 1 Teelöffel Backpulver (Weinsteinbackpulver)
  • 100 g Zucker (80 g Rohrohrzucker)
  • 100 g geschmolzene Butter
  • 3 Eier
  • 1 Prise Salz
  • knapp 1/3 Liter Milch (300 ml Vollmilch)
  • Puderzucker zum Bestäuben

Quelle: Koch, Back & Dessertbuch von Ketty Thull, Dicke Dessertwaffeln (Eisenkuchen) – Gaufres ordinaires (pour dessert) – Methode 1.

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